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Großstädte in Deutschland - Ingolstadt

Ingolstadt ist eine kreisfreie Stadt an der Donau, im Bundesland Bayern. Gegenwärtig hat die Stadt fast 120.000 Einwohner (31.12.2003) und ist damit nach München die zweitgrößte Stadt Oberbayerns sowie nach München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg und Regensburg die sechstgrößte Stadt Bayerns. Ingolstadt bildet eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern. Nächst größere Städte sind München ca. 68 km südlich und Nürnberg ca. 95 km nördlich.

Die Einwohnerzahl der Stadt Ingolstadt überschritt 1989 die Grenze von 100.000, wodurch sie Großstadt wurde. Damit ist sie bis heute Bayerns jüngste Großstadt. Im übrigen ist sie nach Regensburg die zweitgrößte deutsche Stadt an der Donau.

Geographie

Ingolstadt liegt auf einer Höhe von 374 m über Null an der Donau, in einem weiten ebenen Becken (dem „Ingolstädter Becken“), das im Norden von den Juraausläufern und im Süden von tertiären Hügeln begrenzt wird. Das Stadtgebiet bedeckt eine Fläche von 133,35 km².

Wappen

Beschreibung: In Silber ein feuerspeiender blauer Panther. Die Stadtflagge ist blau-weiß.

Bedeutung: Die ersten Siegel der Stadt zeigten den Hl. Mauritius als Schutzpatron der Hauptkirche der Stadt. Ab 1314 stützt sich dieser auf einen Schild mit dem Panther. Ab ca. 1340 wird der Schild mit dem Panther als alleiniges Siegel verwendet. Die Herkunft ist nicht mit Sicherheit nachzuweisen. Es wird mehrheitlich angenommen, dass sich der Panther von den spanheimischen Pfalzgrafen von Ortenburg herleitet, der seit 1260 Nebenwappen der Wittelsbacher war.

Geschichte

  • Ein Gräberfeld der Frühbronzezeit von 1800 v. Chr. mit wahrscheinlich in der Nähe liegender Siedlung ist die älteste nachgewiesene Besiedlung.
  • Ab 1000 v. Chr. gibt es bei Zuchering für ca. 450 Jahre eine Siedlung mit Urnengräberfeld-Friedhof (wahrscheinlich größter in Europa.)
  • Um 450 v. Chr. sind erste Nachweise der Ansiedlung von Kelten bei Manching aufzufinden, die um 100 v. Chr. von Germanen verdrängt wurden.
  • Die erste schriftliche Erwähnung Ingolstadts ist 806 im Testament Karls des Großen.
  • Um 1250 bekommt Ingolstadt Stadtrechte, später auch das Münzrecht.
  • Um 1300 unter Ludwig dem Bayern Teilherzogtum für ca. drei Jahre.
  • 1392–1447 Teilherzogtum Bayern-Ingolstadt unter Stephan dem Kneißl und Ludwig dem Gebarteten. Stephans Tochter Isabeau heiratet den König von Frankreich.
  • 1472 wird, nachdem durch den Tod Herzog Ludwigs Ingolstadt an die Landshuter Wittelsbacher gefallen ist, die erste Bayerische Landesuniversität gegründet, die 1802 zuerst nach Landshut und 1826 nach München verlegt wird.
  • 1516 wird das Bayerische Reinheitsgebot deklariert, das die erlaubten Inhaltsstoffe des Bieres auf Gerste, Hopfen und Wasser festlegt. Es ist das älteste bekannte, heute noch gültige Lebensmittelgesetz der Welt.
  • 1537 wird Ingolstadt bayerische Landesfestung.
  • 1632, während des Dreißigjährigen Krieges, belagert Gustav II. Adolf von Schweden die Stadt. Sein Pferd wird dabei getötet und ist heute im Stadtmuseum zu sehen. Der „Schweden-Schimmel“ gilt als ältestes erhaltenes Tierpräparat Europas.
  • Um 1700 lässt Mary Shelley ihren Victor Frankenstein in Ingolstadt studieren und forschen. (1818 erschien der Roman.)
  • 1800 wird die Festung von den Franzosen geschleift, jedoch 1828–1848 neu erbaut. Ingolstadt bleibt Festungsstadt bis in die 1930er, als ihr der Status von Hitler aberkannt wurde.
  • 1808 Ingolstadt erhält einen Polizeikommissär. Damit untersteht die Stadt quasi unmittelbar der Regierung. Später bezeichnet man solche Städte als kreisfreie Stadt.
  • 1862 entsteht das Bezirksamt Ingolstadt als staatlicher Verwaltungsbezirk, aus dem später der Landkreis Ingolstadt hervorgeht.
  • 1945 wird Ingolstadt nach Kapitulation des Kommandanten von den Amerikanern besetzt.
  • 1972 Bei der Gebiets- bzw. Kreisreform wird der Landkreis Ingolstadt aufgelöst. Die Stadt selbst bleibt aber kreisfrei und wird durch Eingemeindungen erheblich vergrößert.

Religionen

Ingolstadt gehörte von Anfang an zum Bistum Eichstätt, das 741 errichtet wurde und zur Erzdiözese Mainz gehörte. Politisch gehörte die Stadt zum Herzogtum Bayern, das über die Jahrhunderte hinweg katholisch blieb. Reformatorische Bestrebungen in der Stadt wurden mehrfach unterdrückt. Die Stadt wurde nach dem Einzug der Jesuiten sogar zu einem Bollwerk des Katholizismus. (s.a Johannes Eck) Durch die politischen Veränderungen zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Bistum Eichstätt 1817/21 der neuen Kirchenprovinz Bamberg (Erzbistum Bamberg) zugeordnet, zu der es bis heute gehört. Die Pfarrgemeinden der Stadt sind Teil des Dekanats Ingolstadt, des südlichsten Dekanats des Bistums Eichstätt. Nur Zuchering mit den Pfarreifilialen in Hagau und Winden gehört zum Dekanat Pfaffenhofen des Bistums Augsburg.

Zu Anfang des 19. Jahrhunderts zogen auch Protestanten in die Stadt. Im Jahre 1824 erhielten die Gemeindeglieder ihren ersten evangelischen Pfarrer (Gemeinde St. Matthäus). Diese gehörte zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Innerhalb dieser Landeskirche wurde Ingolstadt 1935 Sitz eines Dekanats, zu dem heute alle evangelischen Kirchengemeinden gehören. Das Dekanat Ingolstadt ist Teil des Kirchenkreises Regensburg. In Ingolstadt wirken auch eine Reihe von Freikirchen, darunter die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde / Baptisten.

Politik

An der Spitze der Stadt stand anfangs der „Rat“, der erstmals 1309 bezeugt ist. Dieser teilte sich in einen „Inneren“ und einen „Äußeren“ Rat. Seit 1407 ist ein Bürgermeister nachweisbar, der aus dem Inneren Rat kam. Das Amt des Bürgermeisters wechselte halbjährlich, später vierteljährlich. Nach 1447 leitete ein landesherrlicher Beamter als Pfleger die Stadt. Ab 1803 wurde nach und nach die Magistratsverfassung eingeführt. Ab 1818 wurde der Magistrat von den Gemeindebevollmächtigten gewählt. An der Spitze des Magistrats stand ein Bürgermeister. Teilweise wurden den Bürgermeistern der Titel Oberbürgermeister verliehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg tragen nahezu alle Bürgermeister diesen Titel. Sie werden von der Bevölkerung der Stadt gewählt.

Wirtschaft

Bedeutende Firmen, die die Region wirtschaftlich erfolgreich machten, sind der Automobilhersteller Audi, dessen Zulieferer, sowie die Media-Saturn Holding (Media Markt & Saturn), die ihren Hauptsitz ebenfalls in Ingolstadt hat. Weiterhin existieren noch vier Ingolstädter Bier-Brauereien: Nordbräu, Herrnbräu (Mehrheitseigentümer: Paulaner), Ingobräu und Westpark Bräu.

Verkehr

Ingolstadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Bayern. An der Autobahn (BAB 9) München–Nürnberg–Berlin gelegen, sowie an den Bundesstraßen 13 und 16 und am Eisenbahnknoten (2 Bahnhöfe: Nordbahnhof und der südlicher gelegene Hbf mit Rangierbahnhof) mit direkten Verbindungen nach München, Nürnberg, Regensburg, Augsburg und Ulm (IC/ICE).

Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen 32 Buslinien mit einer Gesamtstreckenlänge von 620 km der Ingolstädter Verkehrsgesellschaft mbH (INVG).

Medien

In Ingolstadt erscheint als Tageszeitung der „Donaukurier“, als Zeitschriften u.a. „Espresso“. und „Megazin“.

Der lokale Fernsehsender heißt „intv - der infokanal“, und ist derzeit 24 Stunden im Kabelnetz empfangbar. Eine teilweise Ausstrahlung des Programms über Digital-Satellit auf Astra.digital ist für 2004 im Rahmen eines bayernweiten Pilotprojektes geplant.

Radio-IN ist der lokale Radiosender.

Es erscheinen auch mehrere regional ausgerichtete Online-Magazine und Online-Ausgaben der Print-Medien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Stadttheater Ingolstadt

Kino

  • mehrere zusammengehörige Altstadt-Kinos
  • Programmkino im Audi Forum
  • Multiplex-Kino im Bau (Westpark-Gelände)

Musik

  • Bands & Orchester
  • o Bonfire
  • o Georgisches Kammerorchester
  • o The Gunmen
  • o Die Klangpatrouille
  • o Mittelbayerisches Jugendsinfonieorchester
  • o Salonorchester Ingolstadt
  • o Slut
  • o Schanzer Ecktannen feat. Gregor Glocke
  • o Big-Band der Städtischen Simon-Mayr–Sing- und Musikschule
  • Chöre
      • Jugendkammerchor
      • Motettenchor
      • Münsterchor
    • Schulen
      • Städtische Simon-Mayr–Sing- und Musikschule
      • David-Oistrach–Akademie

    Bibliotheken

    • Stadtbücherei
      • Stadtteilbücherei Südwest
      • Bücherbus
    • Teilbibliothek WWF der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
    • Fachhochschulbibliothek
    • Wissenschaftliche Bibliothek des Stadtmuseums
    • Bayerische Armeebibliothek
    • Bibliothek des Astronomischen Vereins Ingolstadt
    • diverse Schulbibliotheken

    Museen

    • Bayerisches Armeemuseum im Neuen Schloss
    • Deutsches Medizinhistorisches Museum in der Alten Anatomie
    • Stadtmuseum mit Spielzeugmuseum
    • Bauerngerätemuseum
    • Heimatmuseum Niemes-Prachatiz
    • Dokumentationsstätte Marieluise Fleißer
    • Alf-Lechner–Museum
    • museum mobile (Audi)
    • Museum für konkrete Kunst (umfassendste Sammlung in ganz Europa)
    • Städtische Galerie Harderbastei

    Bauwerke

    Historische Altstadt (u.a. mit Dr.-Johannes-Eck–Haus und Tillys Sterbehaus), ferner:

    • Altes Schloss („Herzogskasten”)
    • Neues Schloss (mit Bayerischem Armeemuseum)
    • Kreuztor, Wahrzeichen der Stadt
    • Altes Rathaus
    • Hohe Schule (Ehemalige Landesuniversität)
    • Alte Anatomie (Deutsches medizinhistorisches Museum)
    • sehr viele Festungsbauten aus dem 19. Jahrhundert. Bei den Bauten des sog. Brückenkopfes, dem Reduit Tilly und den Türmen Baur und Triva wirkte Leo von Klenze bei der künstlerischen Ausgestaltung mit.
    • Kirchen (Auswahl)
      • Franziskanerbasilika
      • Altarrelief der Gnadenthal-Kirche
      • Maria de Victoria (Asam-Kirche)
      • Münster „zu unserer lieben Frau” („Obere Pfarr”)
      • St. Moritz („Untere Pfarr”)

    Sonstige Sehenswürdigkeiten

    • Klenzepark (Landesgartenschaugelände 1992), ehemaliger Brückenkopf der klassizistischen Festung
    • Frankenstein Gruselstadtführung (Murder & Mystery Tour), seit 1995 in den Sommermonaten
    • Scherbelberg, historischer Trümmerberg aus den napoleonischen Kriegen. Höhenwanderweg mit Panoramaaussichten auf die Altstadt.

    Söhne und Töchter der Stadt

    Die folgende Übersicht enthält bedeutende, in Ingolstadt geborene Persönlichkeiten chronologisch aufgelistet nach dem Geburtsjahr. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Ingolstadt hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

    • 1748, 6. Februar, Adam Weishaupt, † 18. November 1811 in Gotha, Professor, Gründer der bayerischen Illuminaten
    • 1834 Hans Werner Asam, bedeutender klassizistischer Bildhauer, der bedeutende Kirchen in Ingolstadt errichtete.
    • 1901, 23. November, Marieluise Fleißer, † 2. Februar 1974 in Ingolstadt, Schriftstellerin
    • 1903, 20. Februar, Joseph Kardinal Schröffer, † 7. September 1983 in Nürnberg, Bischof von Eichstätt 1948–67
    • 1933, 5. Juli, Michael Heltau, Sänger („Ich hab die schönen Maderln net erfunden“), Entertainer, Moderator (ZDF-Liederzirkus)
    • 1935, 3. Dezember, Hubert Weinzierl, Naturschützer, Vorsitzender des BUND
    • 1940, Hermann Regensburger, ehemaliger bayerischer Staatssekretär des Inneren, Ex-MdL Bayern (CSU)
    • 1942, Dr. Werner Karl, Altphilologe und Historiker
    • 1942, Dr. Manfred Schuhmann, Lehrer, Ex-MdL, Fraktionsvorsitzender der Ingolstädter SPD (2004)
    • 1945, 09. November, Franz Beckenbauer (München), verbrachte Jugendzeit am Knabeninternat der Jesuiten in Ingolstadt, späterer Fußballprofi
    • 1949, 4. Juli, Horst Seehofer, Bundesminister für Gesundheit (1992–1998), MdB (CSU)
    • 1951 Albert Schmidt, MdB (Bündnis 90/Die Grünen)

    Außerdem wirkten in Ingolstadt:

    • von 1773 bis 1787 Johann Simon Mayr (14. Juni 1763 in Mendorf, † 2. Dezember 1845 in Bergamo) als Komponist in Ingolstadt.
    • August Horch, dt. Automobilbauer

    Regelmäßige Veranstaltungen

    • 1.Mai Maifest der Eghalanda Gmoi z Ingolstadt am Bolzplatz an der Waldeysenstraße
    • Pfingsten: Volksfest
    • Juni bis Oktober: Ingolstädter Kultursommer
    • Juni: Weinfest der Partnerstadt Carrara auf dem Rathausplatz
    • Juli: Großes Bürgerfest
    • August: „Reines-Bier-Fest“
    • September: September-Dult auf dem Rathausplatz
    • Oktober/November: Ingolstädter Jazz-Tage
    • Dezember: Christkindlmarkt
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